Ein 10-Prozent-Gutschein im Gegenzug für eine Google Bewertung klingt nach einem fairen Deal. Kunden bekommen einen Vorteil, der Betrieb bekommt mehr Sternchen. Was dabei oft nicht bedacht wird: Diese Praxis ist in Deutschland gleich auf mehreren Ebenen problematisch – sie verstößt gegen Googles eigene Richtlinien, gegen das Wettbewerbsrecht und kann im schlimmsten Fall zur Sperrung des Google Business Profils führen.
Was Google-Richtlinien verbieten
Google ist in seiner Politik eindeutig: Bewertungsanreize jeglicher Art sind nicht erlaubt. Dazu zählen Rabatte, Gutscheine, Sachleistungen, Preisnachlässe oder andere Vorteile, die an das Hinterlassen einer Bewertung geknüpft sind. Auch indirekter Druck – etwa durch Mitarbeiter, die Kunden in der Situation aktiv um Bewertungen bitten und dabei auf Vorteile hinweisen – fällt darunter.
Im April 2026 hat Google seine Richtlinien in diesem Punkt noch einmal verschärft und explizit präzisiert, dass auch Bewertungsanreize für Mitarbeiter untersagt sind. Wer als Betrieb seinen Angestellten Boni für gesammelte Kundenbewertungen zahlt, verstößt ebenfalls gegen die Nutzungsbedingungen.
Was das Wettbewerbsrecht (UWG) dazu sagt
Unabhängig von Googles Richtlinien greift in Deutschland das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG). Wer Bewertungen durch finanzielle Anreize erkauft, kann sich dem Vorwurf der irreführenden Geschäftspraktik aussetzen. Ein Wettbewerber oder Verbraucherschutzverband kann das per Abmahnung verfolgen – mit Streitwerten, die schnell im fünfstelligen Bereich landen.
Tipp
Auch eine positive Bewertung, die durch einen Anreiz entstanden ist, ist eine unechte Bewertung im rechtlichen Sinne – selbst wenn der Kunde wirklich zufrieden war. Das Incentive verzerrt die Objektivität der Bewertung.
Was explizit verboten ist
- Rabatte, Gutscheine oder Cashback im Austausch für eine Bewertung
- Gratis-Produkte oder kostenlose Dienstleistungen als Gegenleistung
- Verlosungen, bei denen nur Kunden mit Bewertung teilnehmen dürfen
- Mitarbeiter-Boni, die an die Anzahl gesammelter Kundenbewertungen geknüpft sind
- Das gezielte Bitten um positive Bewertungen – ohne Bewertungsanfragen offen für jede Meinung zu formulieren
Was erlaubt ist
Die gute Nachricht: Es gibt mehrere Wege, deutlich mehr Bewertungen zu bekommen – vollständig legal und ohne jedes Risiko.
- Kunden nach einem Auftrag neutral um eine Bewertung bitten – ohne Einfluss auf den Inhalt
- Einen direkten Link zum Google Bewertungsformular per E-Mail oder QR-Code bereitstellen
- Den optimalen Zeitpunkt wählen: kurz nach Auftragsabschluss, wenn die Zufriedenheit am höchsten ist
- Mehrfach erinnern – eine einzige Anfrage wird oft vergessen, zwei bis drei gestaffelte Erinnerungen steigern die Rücklaufquote deutlich
- Intern auf Qualität achten: wer konsequent gute Arbeit liefert, bekommt organisch mehr positive Bewertungen
Was passiert, wenn du gegen die Regeln verstößt?
- Google kann einzelne Bewertungen entfernen, die als incentiviert erkannt werden
- Im Wiederholungsfall droht die Sperrung oder Einschränkung des Google Business Profils
- Wettbewerber können das Vorgehen per UWG-Abmahnung verfolgen
- Seit April 2026 zeigt Google öffentlich, wie viele Bewertungen ein Profil hat löschen lassen – ein Sichtbarkeitsrisiko auch für Löschungen incentivierter Bewertungen
Der richtige Weg: Systematisch anfragen statt erkaufen
Die einzig nachhaltige Strategie ist, Bewertungen durch echte Kundenerfahrungen und DSGVO-konforme Bewertungsanfragen zu gewinnen. Mit BewertungsFlow lässt sich Google Bewertungen automatisch anfragen – nach jedem abgeschlossenen Auftrag wird automatisch eine personalisierte, neutrale Bewertungsanfrage versendet, ohne Anreize, ohne Druck, vollständig DSGVO-konform. Das Ergebnis ist ein kontinuierlicher, organischer Bewertungsaufbau, der Googles Richtlinien entspricht und langfristig stabil bleibt.
Weiterführend
Fazit
Rabatte für Bewertungen sind verlockend, aber riskant – rechtlich, nach Google-Richtlinien und für die langfristige Glaubwürdigkeit des Profils. Echte Bewertungen, die aus echter Zufriedenheit entstehen und durch professionelle Anfragen eingeholt werden, sind stabiler, wertvoller und vor allem: dauerhaft sicher.



